Henrike’s Weblog

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Noch ein kleines Liebeslied fuer Sapporo

Dezember 22, 2007 · Kommentar schreiben

RamenOkay, es gibt die glatten Gehwege und die glatten Strassen, aber man gewoehnt sich ziemlich schnell an das UeberdasEisGeschlurfe und im Gegensatz zu dem sonst so hektisch turbulenten Japan ergiebt sich ganz automatisch eine angenehme Langsamkeit. Das Fehlen von wirklichen touristischen Highlights schafft eine sehr angenehme Atmosphaere. In drei Tagen habe ich keine zehn Nichtasiaten gesehen. Es kommen wohl einige aus Taiwan und Korea, aber die moegen vielleicht auch kein Sightseeing.

Das Grossartige in Sapporo ist naemlich nicht der hundertste Tempel auf der Besichtigungsliste, sondern das Essen. Es gibt ueber tausend Ramenrestaurants, sogar eine Ramenallee und aktuell ein Ramendorf im Kaufhaus mit den besten Ramenrestaurants von Hokkaidoo. Die Stadt hat 1,8 Millionen Einwohner und alle scheinen permanent essen zu gehen. Ueberall nur Restaurant und man kann gar nicht schnell genug wieder Hunger bekommen, so lecker schmeckt alles. 

Ramen schmeckt ueberall anders. Immer ist die Bruehe unterschiedlich, die Nudeln mal weicher, mal bissfester, Gemuese, Fleisch, Fisch in immer anderen Kombinationen. Was ich definitiv nicht mag ist dieses gesuesste Omelettquadrat, aber ansonsten traeume ich Ramentraeume und hoffe irgendwann die neunhundertundirgendwas restlichen Ramenshops testen zu koennen.

Kategorien: Japan
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Heisses Pflaster in Sapporo

Dezember 21, 2007 · Kommentar schreiben

Japan hat zusammen mit Deutschland die geringste Geburtenrate der Welt. Immer mehr alte Leute lungern also draussen rum und machen sich in den Onsen breit. Die Zahl der Ladendiebstaehle durch alte Leute ist signifikant gestiegen, denn viel Geld ist fuer sie nicht da. Sapporo geht mit dem Problem ganz innovativ um und laesst die Strassen und Gehwege wie sie sind, naemlich glatt, eisglatt. Fuer die Strassen gibt ein zum Teil Strassenheizungen, aber die Gewege… Hier wird es im Winter richtig kalt und es fallen mehrere Meter Schnee. Der wird dann von den Fussgaengern schoen festgetreten und schon nach kurzer Zeit gibt es blankes Eis. An wenigen Strassenkreuzungen stehen Boxen mit Splitbeuteln. Diese sind aber so klein, dass sie kaum benutzt werden. Es wuerde einem vielleicht 2 m Eisdecke in SapporoSicherheit bringen. So purzeln sie, die alten Leute und keiner wundert sich. 

Damit Touristen sicherer durch Sapporo kommen, wurde vom Sapporo Winter Life Promotion Council das Faltblatt WALK SMART! herausgebracht. Japaner scheinen zu glauben, dass man ausserhalb Japans noch nie Schnee gesehen hat. Deswegen wird gleich am Anfang die Frage geklaert, warum Schnee weiss ist. Hui. Allerdings gibt es auch schwarzes Eis, wenn die Strasse nass aussieht, denn das Nasse ist dann eigentlich ein Eisfilm. Ah. Es wird daher spezielle Winterkleidung empfohlen, z.B. eine dicke Wollmuetze, die den Kopf beim Aufprall schuetzen soll. Genauso koennen lange Unterhosen den Popo beim Fall schuetzen. Fuer die Haende reichen wasserfeste Handschuhe aus, sie muessen aber das Handgelenk bedecken. Nur zur Beruhigung, ich bin noch nicht auf den Kopf gefallen.

Die meisten Maedchen in Sapporo beachten diese Bekleidungsregeln. Sie tragen Muetze, Schal, Handschuhe und dicke Stiefel mit Gummisohle. Aber unter dem Mantel gucken, wenn ueberhaupt, nur zwei Zentimeter Rock hervor. Dann kommt erstmal lange nix bis zu den Stiefeln. Das Geld fuer Strumpfhosen ist wahrscheinlich beim Friseur (nach Restaurants und Convinis wohl das haeufigste Geschaeft) mit draufgegangen. Der Anblick ist kaum zu ertragen. Kann Ihnen denn keiner sagen, dass es kalt ist. Und man kann auch auf das Knie fallen.

Egal, uns Auslaendern wird empfohlen, moeglichst durch warme schneefreie Shopping Malls zu schlendern. Kleine Schritte und bloss keine Eile. Die Einkaeufe in einen Rucksack packen und beide Haende freihalten, also ja nicht in die Hosentasche. An Strassen mit Heizung beachten wir den Hoehenunterschied zum schneebedeckten Gehweg und wenn wir in den Bus einsteigen, geben wir besonders acht, denn dort ist es besonders rutschig. Aber was machen wir mit all den alten Leuten, die vor uns hinfallen, mit Armen und Beinen zappeln und ganz ungluecklich dreinschauen. So loest man das Altersproblem doch auch nicht!

Kategorien: Japan
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Japanisches Fruehstueck

Dezember 20, 2007 · Kommentar schreiben

Jetzt habe ich mal ganz mutig Unterkunft mit Fruehstueck gebucht und es ist schon eine Herausforderung. Auf meinem Tablett standen heute frueh eine Schale Reis, ein Schale Misosuppe, dazu einige eingeschweisste Algenblaetter, etwas Raeucherfisch, etwas geriebener Kohl, etwas sauer eingelegter Bambus und diese komische Pflaume. Ich hatte wohl noch Glueck, denn Standard ist Trockenfisch und nicht Raeucherfisch. Dazu gab es Tee und Eiswasser. Ich muss mich unbedingt mit Rosinenbroetchen bevorraten. Die schmecken hier grossartig und werden je nach Geschaeft als franzoesische oder skandinavische Spezialitaet verkauft.

Kategorien: Japan
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Biermuseum in Sapporo

Dezember 20, 2007 · Kommentar schreiben

Sapporo ist wohl das Wort der Ureinwohner fuer Bier. Jedenfalls gibt es hier ein Biermuseum und einen Biergarten und beides zaehlt mit zu den Hauptattraktionen der Stadt (mir ist langweilig). Das Museum ist in der ehemaligen Brauerei von 1890 untergebracht. Ein schoenes fuer Japan untypisches Backsteingebaeude. Leider ist die Ausstellung nur auf Japanisch, man wird aber aufgefordert, sich trotzdem alles anzugucken. Der Gruender von Sapporo Bier Seibei Nakagawa war von 1873-1875 in Berlin-Fuerstenwalde und hat dort bei der Tivolibrauerei gelernt. Am Ende hat er ein sehr schoenes Arbeitszeugnis bekommen. Mit gezeichneten Elementen und sehr eleganter Schrift und Ausdrucksweise. Bis dahin habe ich jedenfalls noch was verstanden. Dann muss es gleich dynamisch losgegangen sein, denn es wurden schon Bierflaschen aus den folgenden Jahren ausgestellt. Ausserdem die ganze Entwicklung der Firma, der Prozess des Bierbrauens und alte Glaeser. Lustig waren so Buechsen, in die man ein Loch hauen musste, damit man etwas heraus bekam. Und natuerlich die Verpackung als grosses Ei (die Japaner lieben Eier).

Dann gab es einen grossen Kessel, an dem aber nichts passierte und schon war man in einer Art Probierstube, in der einige asiatische Touristen sassen. Dort konnte man gegen Bezahlung Bier testen und es sich in ausgefallenen Behaeltern servieren lassen. Die waren meist aus Keramik und sahen aus wie riesige Eisbecher. Auf jeden Fall war da keine gute Stimmung sondern angespannte Laboratmosphaere. Im Souvenirshop weiter unten gab es dann die ueblichen T-Shirts, Flaschenoeffner und Hello-Kitty-Handtuecher. Da das fuer einen Laden nicht reicht, gab es noch Biergelee, Sapporo Schokolade, deutsche Bierkruege und gefrorenen Fisch. Was der mit der Brauerei zu tun hat, weiss ich nicht.

Wenn man will, gibt es auch noch die Option fuer 20 Euro soviel Grillfleisch (nach Genghis Khan Art) zu essen, wie man in 100 Minuten schafft, natuerlich inklusive Sapporo Bier. Das habe ich mir dann nicht mehr angeschaut.

Kategorien: Japan
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