Die Maedchen im Dorm haben mich geliebt, na ja. Nachdem ich kein Cafe gefunden hatte, in dem das Spiel gezeigt wird, bin ich schnell ins Hotel gelaufen. Die ersten zwanzig Minuten hatte ich schon verpasst. Japan wollte heute in einem Freundschaftsspiel Chile schlagen, eigentlich eine leichte Aufgabe. Aber die haben sich vollkommen bloed angestellt. Die Chilenen waren total schwach und standen manchmal eher zufaellig vom Tor. Keiner schien zu wissen, dass man da reinschiessen muss. Aber die Japaner waren vollkommen ohne Ideen. Takahara hat einmal sehr weit vorbei geschossen, die einzige wirkliche Chance, die dann auch permanent wieder eingeblendet wurde. In der ungefaehr 60. Minute wurde er gegen Yoshito Okubo ausgewechselt, der wenigstens ein Tor schiessen wollte, aber dreimal daneben schoss und einmal durch den Torwart bezwungen wurde.
Chile war anscheinend nur mit elf Mann angereist, denn der Trainer wechselte nicht einmal, oder das Fernsehen hat die Wechselinformationen geheim gehalten. Japan wechselte staendig und kriegte den Ball trotzdem nicht rein. Sehr lahm.
Das Lustigste geschah nach dem Spiel. Die beiden Kapitaene mussten mit einem Pokal fuer ein Foto posieren. Da Kirin Hauptsponsor ist, kamen nach dem Pokal noch eine fast mannshohe Bierdose, eine Brausedose und eine Milchgetraenkflasche, dann noch mal der Pokal zusammen mit den drei Getraenken und irgendein Funktionaer. Der chilenische Kapitaen hatte grosse Schwierigkeiten, nur hoeflich zu lachen. Und weil meine Mitbewohnerinnen am Samstag schon um neun einschlafen wollen, hab ich dann netterweise die Kiste ausgemacht und sitze jetzt hier. Wo soll das nur enden.
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Japan-Chile
Januar 26, 2008 · 1 Kommentar
Kategorien: Japan · Reisen
Mit Tag(s) versehen: Fussball, Japan
Kyoto in slow motion
Dezember 19, 2007 · Kommentar schreiben
Gestern wollte ich nur kurz Geld wechseln, zwei Pakete aufgeben, Fahrkarte kaufen und dann ab ins Mangamuseum. Aber ne, alles anders. Ich habe einen halben Tag bei der japanischen Post verbracht, die gleichzeitig die groesste Bank der Welt ist. Um Geld zu wechseln musste man wie auf dem Amt eine Nummer ziehen und dann sehr lange warten. Dabei wurden bestimmte Nummern nur von einer Person abgearbeitet, waehrend andere von drei Mitarbeitern bearbeitet wurden. In Japan regen sich die Leute aber nicht auf, sondern ertragen ihr Schicksal geduldig. Warten und warten. Dabei habe ich nicht verstanden, warum die Leute erst am Schalter ihr Anliegen vortragen und sich dann wieder setzen. Die Postbankbeamten rufen dann noch ein zweites Mal auf und bearbeiten den Vorgang quasi ungestoert. Ich habe mich dadurch eher noch mehr als Bittsteller gefuehlt.
Im gleichen Gebaeude war auch gleich die Paketabgabestelle und da war es eigentlich erstmal ganz lustig. Es gab einen grossen Tisch mit Stuehlen, an dem mehrere alte Leute sassen und Weihnachtspostkarten, die es in Paketen zu kaufen gibt, mit von der Post bereitgestellten Motivstempeln bedruckten. Da waren Tiere, Blumen oder Glueckwuensche drauf. Die Leute stempeln fleissig und muessen dann nur noch die Adressen eintragen. Das scheint sehr verbreitet zu sein, da wirklich viele stapelweise Postkarten bedruckten. Dabei waren sie alle sehr gespraechig und ignorierten voellig, dass ich so gut wie nichts davon verstehe.
Beim Paketabgeben gab es dann Probleme, weil Absender und Empfaenger den gleichen Nachnamen hatten. Ich verstehe bis jetzt noch nicht, was daran das Problem ist. Die Diskussion hat allerdings fast eine Stunde gedauert und diverse Leute involviert. Sie wollten das Paket so aber auch nicht annehmen und es mir auch nicht wiedergeben, so dass ich zu einer anderen Post haette gehen koennen. Das waere natuerlich auch sehr unhoeflich gewesen. Die Post scheint in diesem schnellen, perfekt organisierten Land noch eine kleine Oase der Langsamkeit zu sein. Vielleicht versteht ja jemand, der das hier liest, worin das Problem bestanden haben koennte.
Danach wollte ich mir noch schnell eine Nachtzugfahrkarte kaufen und bin leider an eine nicht so „gute“ Schalterbeamtin geraten. Sie konnte nicht so gut Englisch, was an sich nicht das Problem ist, weil dann normalerweise eine Kollegin geholt wird, die es vielleicht ein bisschen kann. Jedenfalls war ihr das unangenehm und sie hat wirklich Ewigkeiten in irgendwelchen Unterlagen nach Standardenglischsaetzen gesucht, um mir etwas zu erklaeren. Ich kannte bereits den Preis fuer das Ticket und sie wollte die ganze Zeit mehr als das Doppelte dafuer haben. Dann habe ich sie gebeten, doch eventuell mal jemanden zu fragen, der etwas besser Englisch kann. Daraufhin ist sie nach hinten verschwunden und lange nicht mehr wiedergekommen. Ich stand dann da und kam auch nicht an meinen Japan Rail Pass ran, weil der auf ihrem Tisch lag. Irgendwann ergab sich dann die Gelegenheit, die Nachbarverkaeuferin zu fragen und die hat verstanden was ich will und es mir auch verkauft. Die Schuechterne kam dann irgendwann wieder, sie tat mir auch leid, aber irgendwie hat es auch nichts gebracht, beschaemt auf den Boden zu gucken, wenn jemand eine Fahrkarte kaufen will.
Adios Mangamuseum. Zu spaet fuer irgendwas. Ausser einem schnellen MegaTomato bei McDonalds.
Internetcafe 2
Dezember 8, 2007 · Kommentar schreiben
Heute sitze ich im 2. OG in einer Shoppingstrasse fuer Computer. Ich habe eine Box bekommen, die aus einem 1×1m grossen Sitzkissen besteht. Meine Schuhe stehen gerade vor der Kiste. An das komische Sitzen habe ich mich noch nicht gewoehnt und mir schlafen sehr oft die Fuesse ein. Der Weg in dieses Cafe war ein sehr langer, weil das erste voll war, und die beiden naechsten nur fuer Clubmitglieder. Das klingt banal, aber jedes dieser Cafes hat bestimmt so um die hundert Boxen oder noch mehr, z. T. auf mehreren Etagen. Voll ist daher sehr krass. Aber die Japaner warten gern und stellen sich dann auch immer brav in der Reihe aus. Ich habe dann doch lieber weitergesucht und auch das ist gar nicht so einfach, weil kaum unsere Schrift verwendet wird und selten Internet auf Japanisch dransteht, sondern eher so etwas wie Aiikaffe. Das zu lesen und als I-Cafe zu erkennen braucht noch seine Zeit. „24h“ hat sich als gutes Indiz erwiesen. Das kann zwar auch was anderes sein, aber manchmal hatte ich Glueck. Jedenfalls waren die naechsten Zwei nur mit einer Mitgliedsgebuehr zugaenglich, die nicht so das Problem war, sondern gleichzeitig musste man auch Adresse, Geburtstag… mit angeben. Das sind fuer ein bisschen Internet doch zuviele Daten. Und schon wieder ist der Fuss eingeschlafen.