Henrike’s Weblog

Mit den Tags ‘hotel’ versehene Einträge

Das Hannelore-Kohl-Zimmer

Januar 23, 2008 · Kommentar schreiben

Ich hatte es irgendwie schon geahnt. Vom vollkommen dunklen Kellerschlafsaal wurde ich jetzt in ein Einzelzimmer im Erdgeschoss umgelegt. Das Fenster ist durch eine festinstallierte Gardine verdeckt. Warum? Nach Sonnenaufgang kommt so gut wie kein Licht in das Zimmer. Die naechste Wand ist ca. 30 cm entfernt, dunkler Backstein. Und wie gesagt, Erdgeschoss. Helligkeit ungefaehr wie einen Tag nach Neumond. Auf dem Fensterbrett steht ein kleiner Fernseher, aufmachen kann man das Fenster sowieso nicht, man koennte es nicht mal als Notausgang benutzen. Aber der Fernseher ist ja auch ein Fenster.

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Special-Interest-Shoppen in Tokyo

Januar 21, 2008 · Kommentar schreiben

Die Nacht im Keller ist ueberstanden. Eigentlich wollte ich morgens einen Ausflug machen, aber keine Sonne konnte mich wecken. Hab total verpennt. Na ja. Museen haben montags zu, also Mitbringselkauftag. War in einer Strasse fuer Sportbekleidung auf der Suche nach Trikots der J-Leage. Keine Chance. Ich hab mich durch diverse Gaenge gequetscht, so dick bin ich gar nicht, und bin immer wieder mit dem Fahrstuhl in sechste, achte oder neunte Etagen gefahren. Fussball ist niemals unten. Es gibt eine gute Auswahl von englischen Trikots, eine akzeptable Auswahl von italienischen Trikots und wenn man Glueck hat auch deutsche Trikots. Aber es ist interessant, wo es alles japanische Spieler gibt… Dann endlich zwei rote J-Leage-Shirts in japanischem Maenner-M, selbst fuer mich unbrauchbar. Ausserdem Trikots der Nationalmannschaft in maximal 150, also nicht wirklich anders als Maenner-M. Besonderes Fundstueck war ein gestretchter Goleo, den man in einen Taschentuchspender verwandeln kann. Goleo liegt schon sehr lange in der sechsten Etage.

Dann wollte ich Akkordeonnoten kaufen und bin dafuer ins Musikinstrumenteviertel gelaufen. Ueberall Gitarren und Verstaerker. Hunderte. Und ich bin nicht mal in die Keller und Obergeschosse gelaufen. In Japan gibt es wahrscheinlich die kleinsten Verstaerker der Welt, aber kaum Noten. Alles Punk und beim Fragen sehe ich immer wieder gekreuzte Arme – nein. 

Bei der Suche nach etwas mit Schuluniformen lande ich in der Paedophilen-Abteilung eines Mangageschaefts. Vorher war ich natuerlich in Etage 1-6. Grosse Auswahl. Was es alles gibt… Nun ja, so kriegt wenigstens einer ein Geschenk.

Ich gehe jetzt gleich in mein Einzelzimmer. Das klingt so schoen, ist aber auch wieder eher eine Box, ca. 3 qm gross. Die Nachbarn sind akustisch sehr praesent. Fuer den Fernseher kann man eine Karte kaufen und dann darf man Jungsfernsehen gucken. Auf dem Programmheft fuer diesen Kanal ist auch wieder ein Schulmaedchen drauf. Egal, ich muss jetzt ins Bett, denn morgen frueh geh ich tote Fische gucken, 4:45 klingelt der Wecker.

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Hostel Sakura in Tokyo

Januar 20, 2008 · Kommentar schreiben

Mal wieder ein Manga-Internet-Cafe. Wie schoen es doch ist, auch mal allein zu sein. Ich versinke in Box 157  in einem grossen weissen Ledersessel und mag gar nicht schreiben.  Endlich mal unbeobachtet. Der Sessel ist sehr bequem und halbhohe Waende beschuetzen mich. Um mich herum nur Tastaturgehacke und Leute, die Ihre Boxen suchen. Es gibt Duschen, Getraenke, Regale voll mit DVD`s und Mangas. Aber die Uhr tickt yen yen yen.

Habe heute das Hotel gewechselt, von Sakura Hostel zu Sakura Hotel. Musste ich, weil ich das jetzige frueh gebucht hatte und ich dann nicht frueher anreisen konnte. Sakura Hostel war daher nur mein Abstellgleis fuer ein paar Tage, aber wie ich jetzt weiss, ein sehr gutes. Die Leute an der Rezeption sind sehr nett und denken bei vielen Dingen mit. Es gibt guenstiges Internet, bei dem man sich beliebig ein- und ausloggen kann (mit eigenem Rechner umsonst), einen Plan von den umliegenden Onsen und Restaurants. Vorsichtige koennen sich sogar schon mal die Speisekarten inkl. Erklaerungen anschauen. Buecher, die man nicht mehr braucht, kann man in ein Regal stellen, als auch Shampoo usw. Bei Heimweh kann man sich DVD`s oder Playstationspiele ausleihen. Waeschewaschen ist guenstig und geht schnell. Eine kleine Bar verkauft sogar gezapftes Bier. All das findet in einem Raum statt, der fuer japanische Verhaeltnisse sehr gross ist und es ist staendig was los. Also wenn jemand Leute kennenlernen will, ist das hier sehr einfach. Ich habe mich schon dermassen an die Japaner gewoehnt, dass ich die Lautstaerke der Auslaender, Ihr Schreien und lautes Lachen, oft sehr nervig fand.

Das Zimmer war klein, drei Doppelstockbetten und Schliessfaecher, dafuer waren aber die Betten sehr gross, 2,10 x 1,00m sind doch grossartig. Jedes Bett hat ausserdem eine eigene Lampe mit Steckdose fuers Mobiltelefon o.a. Mein groesstes Problem kam mit der Ankunft einer Frau aus Estland, die permanent fror und deshalb die Klimaanlage hochdrehte, japanische Klimaanlage. Also liegt diese Schnepfe unter mir in Kuehlen und ich vegetiere oben in der Trockensauna. Unertraeglich. Da konnte ich noch so viele 2l Wasserflaschen in mich reinschuetten, meine Nase war trocken und brennt immer noch. Nach drei Tagen habe ich es geschafft, die Fernbedienung dermassen zu verstellen, dass es nicht mehr so heiss war, ohne dass man gleich wieder aus dem Angenehm-Modus zurueckfinden konnte.

Beim Blick aus dem Fenster konnte man den Hanayashiki-Vergnuegungspark sehen und dahinter die Senoji-Tempelanlage. Zimmer mit Blick gehoeren in Japan auch nicht zum Standard. Mein neues Zimmer liegt im Keller und schiebt man die Gardine zurueck, sieht man auf kahlen Beton. Nach oben hin sind Gitter eingelassen. Oft wird deswegen Milchglas oder gemustertes Glas verwendet, dann faellt das nicht so auf. Manchmal sind die Waende des naechsten Hauses nur einen Meter entfernt, dann ist es eh egal.

Jedenfalls wollte ich das Hostel Sakura noch mal besonders loben. Fuer Schnepfen koennen die nichts und ansonsten war alles gut. Ringsherum steppte der Baer und gleichzeitig wohnten ganz normale Leute dort. Das Hotel Sakura, in dem ich jetzt wohne, wird von Buerokomplexen umzingelt. Es gibt auch Schulen, aber die sehen nicht anders aus. Mal sehen.

Es fing schon wieder gut an. Der Rezeptionist fragte mich, ob ich fuer eine Nacht einchecke. Nein, ich wollte gern wie reserviert fuer acht Naechte bleiben. Mmh. Jedenfalls wechsel ich morgen in ein Einzelzimmer und dann nach drei Naechten wieder zurueck in den Schlafsaal. Das alles zum Schlafsaalspreis, daher bin ich auch ruhig geblieben. Ein bisschen Einzelzimmer klingt gerade sehr gut. Kein Geraschel mit Plastiktueten, kein Rumgefluester und auch keine Gespraeche ueber Zara und den Winterschlussverkauf. Obwohl, der weisse Sessel ist auch nicht schlecht, man kann sogar elektrisch die Lehne veraendern.

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Das Knarzen von Nagano

Dezember 29, 2007 · Kommentar schreiben

Wer kent Nagano? Doofer Witz, aber naja, man erwartet Grosses. 1998 Winterolympiade. Doch haette man vorher etwas besser recherchiert, wuesste man, dass Nagano eine eher kleine Stadt ist und der Glanz olympischer Spiele laengst verblichen. Es gibt noch die obligatorischen Bausuenden, die Riesenparkplaetze und Riesensportarenen. Doch die Tribuene der Preisverleihung rottet nun als Grenze eines Parkplatzes in der Innenstadt vor sich hin.

Besonders hervorheben moechte ich aber mein Hotel Oyado Kenenkan. Ein kleiner, verbliebener Glanzpunkt in Nagano-Stadt. (So sagt man, denn es gibt auch Nagano-Landkreis). Das Hotel befindet sich zwischen Bahnhof und dem Tempel Zenkoo-Ji, der Hauptattraktion, in einer Nebenstrasse. Die Aussenseite schmueckt eine Shinkansennase. Japaner sind unheimlich stolz auf ihre Zuege. Sie sind schnell, puenktlich und sagen wir mal modern. Doch was hat das Shinkansennaeschen mit dem Hotel zu tun. Es ist einfach nur alt. Tritt man ein, kommt sogleich der Besitzer, der schon einige Olympiaden erlebt hat, aus seinem Buero gewuselt. Man wird herzlich begruesst und ausgefragt. Hier pflegt man noch die Landessprache. Im Buero gibt es eine prima Couchecke, direkt neben dem Hausaltar, der Souvenirsammlung und den Dingen, die sich in 200 Jahren so ansammeln. Jetzt weiss ich, warum es keine Homepage gab.

Die Dame des Hauses bringt erstmal Tee und eine lokale Suessspeise. Wieder die gleiche Prozedur wie in ganz Japan. Ich steckt das Ding freudig in meinen Mund und mache dann begeisterte Geraeusche waehrend mich die Gastgeber erwartungsvoll anschauen. Wenn man danach „ooishiiii“ sagt, ist alles gut. Die ganze Atmosphaere verbietet es, das Gesicht zu verziehen oder auch nur neutral zu gucken. Das Preisen lokaler Speisen gehoeren zum Protokoll beim Kontakt Einheimischer mit Unwissenden. Die Suessigkeit war jedenfalls suess und zerkruemelte im Mund. Also alles gut, wenn sie nicht zerkruemelt ist, weil sie so alt wie das Hotel ist… Ich bin mittlerweile sehr vorsichtig.

Das Hotel wurde aus dunklem Holz gebaut. Es knarzt, wenn man die steilen Treppen emporsteigt. Die Flure sind dunkel und verwinkelt, doch der Fussboden glaenzt und das Zimmer ist sauber. Viele Dinge des Inventars gehoeren einfach ins Museum, doch der Heizluefter pustet trotz seiner Altersschwaeche heisse Luft in meine Richtung. Papierkorb mit Bluemchenmuster, Papierfenster mit futuristischem Holzdekor, Telefone mit aus den 60ern. Ich verlaufe mich staendig und lande immer wieder versehentlich auf der Herrentoilette. Aber macht nichts, es gibt nur zwei Gaeste.

 Fuer das Fruehstueck haben der Besitzer und ich uns auf ein Essen ohne Natto und Umeboshi geeinigt. Dann gibt es doch wieder sehr viel (besonders fischigen) Fisch und ich leide den ganzen Tag an den Folgen. Als ich abends wieder essen kann, entscheide ich mich fuer eine ungefaehrliche Pizza, doch der Koch schlaegt mit ein rohes Ei auf den Belag und ich bestelle sofort Schnaps dazu, um nicht wieder den Papierkorb benutzen zu muessen. Am naechsten Morgen hat der Hotelbesitzer Erbarmen mit mir und es gibt Wuerstchen. Die ersten in Japan und der Tag wird besser.

Als ich spaet in der Nacht ins Hotel schleiche, kommt der Besitzer um nach dem Rechten zu sehen. Komischerweise sind Haeuser oft nicht abgeschlossen und so muss der Arme immer gucken, wer da gerade die Schuhe auszieht. Und weil das Holz so alt ist, klappt das mit dem lautlosen Schleichen nicht ganz. Aber schon in der zweiten Nacht erkennt er wohl mein Getappse und ich fuehle mich nicht wie eine 17-Jaehrige, die zu spaet aus der Disko kommt.

Zum Abschied gibt es noch mal Tee in der Sofaecke. Beste Wuensche und ich darf ein Foto machen. Mehr von diesen Hotels ohne Internet! Tschuess Shinkansennaeschen!

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Hareruya in Matsumoto

Dezember 25, 2007 · Kommentar schreiben

Schon vorher hatte ich mir Matsumoto als die Stadt fuer Weihnachten ausgesucht. Zweihundertundirgendwastausend Einwohner und eine tolle Burg. Schon die Mitarbeiterinnen in der Touristeninformation im Bahnhof waren supernett und konnten sehr gut Englisch. Das Hotel war so nett und hat mich vom Bahnhof abgeholt, obwohl ich meine Anreise zeitlich nicht richtig angemeldet hatte. Statt in zwanzig Minuten kamen sie in fuenfundzwanzig Minuten und haben sich dafuer mehrmals entschuldigt. Dieser Puenktlichkeitswahnsinn ist zum Schreien. Vorm Ryokan (japanisches Hotel) stand auch ein „Welcome Mr. Henrike Schulz“ Schild. Grossartig. Das Zimmer sehr schoen mit Blick auf den Fluss, aber das Beste befindet sich im Keller, das japanische Bad mit grossem Badebecken. Am ersten Tag habe ich es geschafft, meinen Fuss kurz reinzuhalten, am zweiten lag ich dann schon ganz im Wasser. Komme also langsam hier an.

Das Hotel verleiht umsonst Fahrraeder und das ist fuer die Entdeckung von Matsumoto sehr praktisch. Es gibt zwar leichte Huegel, aber vom Hotel in die Stadt rollt man 10 Minuten den Berg runter. Als erstes wurde natuerlich die Burg besichtigt. Die ist sehr schoen und die ganze Aufbereitung ist besser als in Kumamoto. Es gibt viele englische Tafeln und die steilen Treppen und niedrigen Durchgaenge machen viel Spass. Ausserdem standen keine Touristenbusse vorm Eingang. Drumherum gibt es einen schoenen Park und drei Wassergraeben mit Kois, was auf Japanisch soviel heisst wie Karpfen.

Dann gab es eine kleine Fahrradtour in Richtung Ukiyo-e-Museum durch die Stadt und ueber sonnige Reisfelder, im Hintergrund immer die riesigen Gebirgszuege mit Schneezipfeln. Jedenfalls hat das Radfahren soviel Spass gemacht, dass ich vergessen habe, die Ampeln zu zaehlen und irgenwann schon im naechsten Ort war. Aber es war schoen. Das Museum ist sehr interessant. Die haben eine extrem grosse Sammlung und zeigen immer nur einen kleinen Teil. Kann jemand diesem Museum Geld fuer die Heizung spenden? Innen war es kaelter als draussen. Aber vielleicht muessen die Drucke ja gefroren aufbewahrt werden. Ein Mitarbeiter des Museums lud mich dann noch zu einem Diavortrag ein, ich war zu dem Zeitpunkt die einzige Besucherin. Also sass ich in einem verdunkelten Raum, vor mir die Leinwand und hinter mir der aeltere Mann der mit wichtiger Kehlkopfstimme einen Vortrag auf Englisch hielt. Dabei gab es immer so kleine Hinweise, wie in Japan haben schon alle Lesen und Schreiben lernen duerfen, als es in Europa nur einer Elite moeglich war. Ich werde das ueberpruefen.

Dann ging es zurueck in die Stadt zu meinem schon am Vorabend ausgesuchten Ramenrestaurant. Ramen mit Kimchi. Lecker. Dann war es dunkel und sehr kalt. Der Mond kam langsam hinter den Schneemuetzen der Berge hervorgekrochen. Erst waren die Wolken von hinten beleuchtet und dann lugte er hervor und war riesengross. Vollmond an Heiligabend. Jedenfalls kam ich auf die Idee, eine Kirche zu suchen. In meinem Stadtplan waren drei eingezeichnet. Die erste war katholisch, die zweite sah aus wie eine Schule und in die dritte habe ich dann vorsichtig hereingeschaut. Ich wollte nur mal gucken, aber sofort winkten alle, ich solle hereinkommen. Ich wollte nur kurz mein Rad anschliessen, aber schon kam eine junge Frau raus und hiess mich willkommen. In einer halben Stunde war Gottesdienst.

Willkommen in der anglikanischen Kirche von Matsumoto. Erstmal Schuhe aus und Puschen an. Drinnen war es warm und es gab auch zwei alte Oefen mit Wasserkesseln drauf. Jeder bekam eine Kerze und ein Heft mit den Texten und Liedern. Alles in Japanisch und ohne Auslaender. Dann ging das Licht aus und die Kerzen wurden angezuendet. Es gab eine kleine Orgel und ca. 60 Japaner sangen wunderschoen die Weihnachtslieder. Das Karaoke-Training war nicht zu ueberhoeren. Wenn in Deutschland die Langsamkeit der Kirchenlieder an den Nerven zerrt, so hat sie mir hier doch das Mitsingen ermoeglicht. Ein Grossteil des Textes war in Hiragana geschrieben und die Aussprache der wenigen Kanjis hatte man schnell raus. Die junge Frau hat mich auch immer ueber den groben Inhalt der Texte aufgeklaert. Es war sehr schoen. Die japanische Version von „Stille Nacht“ und „Kommet Ihr Hirten“ ist phaenomenal. Die vielen Vokale passen viel besser zum Gesang. Vielleicht finde ich ja in Tokyo noch eine CD, wird aber bestimmt schwierig bei diesem Nischenprodukt. Kirchenglocken gab es nicht, dann Krach machen duerfen hier nur die Tempel.

Danach wurde ich noch zu Kuchen und Tee eingeladen. Alle kuschelten sich in den kleinen Nebenraum und plauderten fleissig. Es gab viele Kinder und war sehr lustig. Jeder, der ein paar Worte Englisch oder Deutsch konnte, wollte mir mir sprechen und es wurden auch fleissig Fotos gemacht. Am Ende habe ich noch Suessigkeiten und Clementinen bekommen. Ich wurde dem Pfarrer vorgestellt und gesegnet. Alle waren sehr nett. Das Herz hopste und ich konnte nur noch gluecklich ins Bett fallen.

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Einzelzimmer in Buchefurnier

Dezember 22, 2007 · Kommentar schreiben

Das groesste Problem ist gerade, dass ich mir heute Nacht wegen dem Laerm aus Mangel an Ohropax Zellstoff in die Ohren gestopft habe und der will jetzt einseitig nicht mehr raus. Meine Box Ein sehr dumpfes Gefuehl. Diese Aktion war aber notwendig, weil ich zum ersten Mal in einem Internetcafe uebernachtet habe. Das ist in Japan sehr populaer und die billigste Art der Uebernachtung. Kostet je nach Stadt 10-20 Euro, meist gibt es freie Getraenke, manchmal auch Naschkram oder eine Dusche. In den Boxen hat man die Wahl zwischen normalen Stuehlen, Massagesesseln, japanischen Sitzkissen und blanker Teppichflaeche. Letztere ist natuerlich sehr beliebt, da man sich hier ausstrecken kann (wenn man so kleiner als 1,80 m ist). Ich kam kurz nach dem Check-Inn-Beginn fuer die lange Nacht und habe gerade die letzte Teppichbox erwischt. Lange Nacht sind 8 Stunden, normal sind 6. Deswegen schlafen wohl auch alle in der U-Bahn. Man kann sich dann hier DVDs aus den Regalen nehmen oder Comics oder Computerspiele, es steht ganz viel rum und so kommt man kaum zum Schlafen.

Nur wenn man doch Schlafen will, ist es fuer meine Schlafgewohnheiten sehr laut, weil die Trennung in alle vier Richtungen nur aus duennen Pressplatten besteht. Diese sind auch nur 1,50 m hoch, das Grauen kommt also von oben. Auch in Form von Licht, Rauch und fieser Klimaanlagenluft. Es laeuft aber irgendwann keine Musik mehr und die Leute quatschen auch nicht. Es sind eher Kaffeeautomat, Colaautomat und Eiswuerfelautomat die herumtoenen. Und die Fuesse, die eine Handlaenge von meinem Kopf entfernt auf den Boden hauen.

Aber es war okay fuer eine Nacht. Man hat seine Privatsphaere und fuehlt sich freier als in einer Jugendherberge, in der um 12 das Licht ausgeht und die Tuer verschlossen wird. Aufstehen und gleich am Computer sitzen finde ich prima, aber ich habe da irgendwas im Ohr.

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Mixed Dorm

Dezember 19, 2007 · Kommentar schreiben

Hostel in KyotoIrgendwann tauchte Ashley im Mixed Dorm auf. Und es war gleich komisch. Die Situation auch sie selbst, mit ihrer Dauerwelle. Sie stellte sich sofort vor, in einer Art, als haette sie irgendwo gelesen, dass man das so macht in solchen Hotels. „Hello, I`m Ashley. I`m travelling. Together with him. But he is my brother.“ Und noch so eine komische Gestalt schob sich in den Raum. Am naechsten Morgen konnten dann auch die anderen die Neuankoemmlinge in ihr Herz schliessen. Die beiden begannen Punkt sechs aufzustehen und wahrscheinlich diverse Male ihr Gepaeck umzusortieren. Dabei wollten sie keine Geraeusche machen und das ist das Schlimmste. Man kann einen Reissverschluss aufmachen, man kann aber auch das Knacken jedes Zapfens geniessen. Nach einer Stunde waren sie dann endlich weg. Sonntagmorgen…

Abends wusste ich schon, dass die anderen drei im Zimmer abgereist waren und freute mich auf einen Abend mit meinen beiden First Time Travellern. Es gabe keine Gespraeche, die beiden sortierten wieder ihr Gepaeck um. Lady Ashley hat allein 14 Packungen Koerperkosmetik im weitesten Sinne dabei gehabt. Das ist dann natuerlich kompliziert.

Die Rettung kam in Form von drei Australiern, die das Zimmer stuermen, ihre Sachen unerlaubt auf den Boden warfen und schon zogen wir los zur naechsten Bar. Ashley wollte schon schlafen, aber Ashleys Bruder kam mit und war nach einem Napf Sake der Spielverderber. Auf der Suche nach dieser Bar, die vom Hotel empfohlen wurde, habe ich eine Gruppe japanischer Geschaeftsleute gefragt, die das lustig fanden und einer hat uns dann gleich noch bis zur Bar gebracht. Supernett. Da war es dann auch sehr cool. Es gab heissen Sake und richtig gutes Essen. Wir hatten japanisches eingelegtes Gemuese und einen Sashimikorb. An sich bekommt man keine grossen Portionen, es ist aber alles immer wahnsinnig aufwendig angerichtet und von sehr hoher Qualitaet. Und so habe ich zum ersten Mal rohen Seeigel und so eine rohe Riesenmuschel gegessen, eine mit Stacheln. Besonders der Seeigel war sehr lecker und zerging auf der Zunge. Toll ist auch die Klingel auf dem Tisch, mit dem man die Bedienung rufen kann. Das kann sehr praktisch sein und man wird nicht staendig vom Personal belaestigt.

 Danach gab es noch Dosenbier bis sehr spaet in die Nacht und Ashley und ihr Bruder haben uns sicherlich verflucht.

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We are watching you

Dezember 16, 2007 · Kommentar schreiben

Bin jetzt in Kyoto gelandet und es wird kaelter und kaelter. Das Hostel, in dem ich reserviert hatte, mit Bestaetigung und so, wollte mich bei meiner Anreise nicht mehr haben. Ganz gross. Man muss dazu sagen, dass in Japan die Adressen an sich wertlos sind. Es gibt kaum Strassennamen, keine richtigen Hausnummern. Vielmehr verstaendigt man sich mit Wegbeschreibungen. So was wie beim zweiten LAWSON rechts, nach drei Minuten links und dort, wo eigentlich ein Hondawerkstatt war, wieder rechts. Das bedeutet, man sucht gern mal etwas laenger und erkundet oft die Umgebung der Hotels sehr genau. So auch bei diesem Hostel.

Ich weiss nicht, ob ich vielleicht doch zuviel Gepaeck habe, aber nach 30 Minuten mit Rucksack durch die Stadt werde ich langsam grummelig. Wenn dann noch das Hotel sagt, keine Ahnung, wir sind voll, koennen wir auch nichts machen, schauen sie doch mal bei den Flyer, da sind noch andere Hotels mit dabei…

Zum Glueck habe ich eines nicht ganz so weit davon entfernt gefunden. Sechser Mixed Dorm ist auf der Messlatte der Unterkuenfte schon ziemlich weit unten, fand ich. Aber das Bett ist grossartig. Ich konnte die Beine ausstrecken, die Decke war warm genug und das Licht war zumindest fuer einige Stunden ganz aus. Worueber man sich so nach 10 Tagen Japan so freut.

Was mich allerdings wundert, ist, dass unter meinem Doppelstockbett diverse Technik steht. Unteranderem ein relativ grosses Mikrofon, das sehr wahrscheinlich die Geraeusche im Zimmer aufnimmt. Warum das denn? Wer hat Interesse an dem ganzen woher-kommst-du und wohin-faehrst-du-als-naechstes-Gequatsche?

Vor dem Zimmer im Flur steht der aktuell einzige funktionierende Computer. Es gibt den Hinweis, dass man bitte keine Bilder oder Programme downloaden soll. 10.000 Yen Strafe und der schoene Hinweis WE ARE WATCHING YOU. Da fuehlt man sich doch gleich wie zuhause.

Egal, Angst vor Technikklau kann ich noch verstehen, aber es reicht mir eigentlich, wenn ich meine Schlafgeraeusche mit fuenf anderen teilen muss.

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tokyo | hotel new koyo

Dezember 7, 2007 · 1 Kommentar

mein zimmerdas ist mein zimmer, small japanese style. erst habe ich versucht, die matratze entlang der tatamimatte auszubreiten, ist aber nur  matratze entlang der tatamimatte auszubreiten, ist aber nur 160 cm lang und da habe ich selbst schraeg nicht drauf gepasst. die loesung war dann das ausrollen unter den schrank und den fernseher. da hat das zimmer naemlich bequeme 180 cm laenge und ich passe rein. ansonsten war alles sehr laut, weil ganz viele maschinen ringsherum brummen und die waende sehr duenn sind. noch drei naechte zeit, um mich an das harte futon zu gewoehnen…

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