Sapporo ist wohl das Wort der Ureinwohner fuer Bier. Jedenfalls gibt es hier ein Biermuseum und einen Biergarten und beides zaehlt mit zu den Hauptattraktionen der Stadt (mir ist langweilig). Das Museum ist in der ehemaligen Brauerei von 1890 untergebracht. Ein schoenes fuer Japan untypisches Backsteingebaeude. Leider ist die Ausstellung nur auf Japanisch, man wird aber aufgefordert, sich trotzdem alles anzugucken. Der Gruender von Sapporo Bier Seibei Nakagawa war von 1873-1875 in Berlin-Fuerstenwalde und hat dort bei der Tivolibrauerei gelernt. Am Ende hat er ein sehr schoenes Arbeitszeugnis bekommen. Mit gezeichneten Elementen und sehr eleganter Schrift und Ausdrucksweise. Bis dahin habe ich jedenfalls noch was verstanden. Dann muss es gleich dynamisch losgegangen sein, denn es wurden schon Bierflaschen aus den folgenden Jahren ausgestellt. Ausserdem die ganze Entwicklung der Firma, der Prozess des Bierbrauens und alte Glaeser. Lustig waren so Buechsen, in die man ein Loch hauen musste, damit man etwas heraus bekam. Und natuerlich die Verpackung als grosses Ei (die Japaner lieben Eier).
Dann gab es einen grossen Kessel, an dem aber nichts passierte und schon war man in einer Art Probierstube, in der einige asiatische Touristen sassen. Dort konnte man gegen Bezahlung Bier testen und es sich in ausgefallenen Behaeltern servieren lassen. Die waren meist aus Keramik und sahen aus wie riesige Eisbecher. Auf jeden Fall war da keine gute Stimmung sondern angespannte Laboratmosphaere. Im Souvenirshop weiter unten gab es dann die ueblichen T-Shirts, Flaschenoeffner und Hello-Kitty-Handtuecher. Da das fuer einen Laden nicht reicht, gab es noch Biergelee, Sapporo Schokolade, deutsche Bierkruege und gefrorenen Fisch. Was der mit der Brauerei zu tun hat, weiss ich nicht.
Wenn man will, gibt es auch noch die Option fuer 20 Euro soviel Grillfleisch (nach Genghis Khan Art) zu essen, wie man in 100 Minuten schafft, natuerlich inklusive Sapporo Bier. Das habe ich mir dann nicht mehr angeschaut.