Henrike’s Weblog

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Hostel Sakura in Tokyo

Januar 20, 2008 · Kommentar schreiben

Mal wieder ein Manga-Internet-Cafe. Wie schoen es doch ist, auch mal allein zu sein. Ich versinke in Box 157  in einem grossen weissen Ledersessel und mag gar nicht schreiben.  Endlich mal unbeobachtet. Der Sessel ist sehr bequem und halbhohe Waende beschuetzen mich. Um mich herum nur Tastaturgehacke und Leute, die Ihre Boxen suchen. Es gibt Duschen, Getraenke, Regale voll mit DVD`s und Mangas. Aber die Uhr tickt yen yen yen.

Habe heute das Hotel gewechselt, von Sakura Hostel zu Sakura Hotel. Musste ich, weil ich das jetzige frueh gebucht hatte und ich dann nicht frueher anreisen konnte. Sakura Hostel war daher nur mein Abstellgleis fuer ein paar Tage, aber wie ich jetzt weiss, ein sehr gutes. Die Leute an der Rezeption sind sehr nett und denken bei vielen Dingen mit. Es gibt guenstiges Internet, bei dem man sich beliebig ein- und ausloggen kann (mit eigenem Rechner umsonst), einen Plan von den umliegenden Onsen und Restaurants. Vorsichtige koennen sich sogar schon mal die Speisekarten inkl. Erklaerungen anschauen. Buecher, die man nicht mehr braucht, kann man in ein Regal stellen, als auch Shampoo usw. Bei Heimweh kann man sich DVD`s oder Playstationspiele ausleihen. Waeschewaschen ist guenstig und geht schnell. Eine kleine Bar verkauft sogar gezapftes Bier. All das findet in einem Raum statt, der fuer japanische Verhaeltnisse sehr gross ist und es ist staendig was los. Also wenn jemand Leute kennenlernen will, ist das hier sehr einfach. Ich habe mich schon dermassen an die Japaner gewoehnt, dass ich die Lautstaerke der Auslaender, Ihr Schreien und lautes Lachen, oft sehr nervig fand.

Das Zimmer war klein, drei Doppelstockbetten und Schliessfaecher, dafuer waren aber die Betten sehr gross, 2,10 x 1,00m sind doch grossartig. Jedes Bett hat ausserdem eine eigene Lampe mit Steckdose fuers Mobiltelefon o.a. Mein groesstes Problem kam mit der Ankunft einer Frau aus Estland, die permanent fror und deshalb die Klimaanlage hochdrehte, japanische Klimaanlage. Also liegt diese Schnepfe unter mir in Kuehlen und ich vegetiere oben in der Trockensauna. Unertraeglich. Da konnte ich noch so viele 2l Wasserflaschen in mich reinschuetten, meine Nase war trocken und brennt immer noch. Nach drei Tagen habe ich es geschafft, die Fernbedienung dermassen zu verstellen, dass es nicht mehr so heiss war, ohne dass man gleich wieder aus dem Angenehm-Modus zurueckfinden konnte.

Beim Blick aus dem Fenster konnte man den Hanayashiki-Vergnuegungspark sehen und dahinter die Senoji-Tempelanlage. Zimmer mit Blick gehoeren in Japan auch nicht zum Standard. Mein neues Zimmer liegt im Keller und schiebt man die Gardine zurueck, sieht man auf kahlen Beton. Nach oben hin sind Gitter eingelassen. Oft wird deswegen Milchglas oder gemustertes Glas verwendet, dann faellt das nicht so auf. Manchmal sind die Waende des naechsten Hauses nur einen Meter entfernt, dann ist es eh egal.

Jedenfalls wollte ich das Hostel Sakura noch mal besonders loben. Fuer Schnepfen koennen die nichts und ansonsten war alles gut. Ringsherum steppte der Baer und gleichzeitig wohnten ganz normale Leute dort. Das Hotel Sakura, in dem ich jetzt wohne, wird von Buerokomplexen umzingelt. Es gibt auch Schulen, aber die sehen nicht anders aus. Mal sehen.

Es fing schon wieder gut an. Der Rezeptionist fragte mich, ob ich fuer eine Nacht einchecke. Nein, ich wollte gern wie reserviert fuer acht Naechte bleiben. Mmh. Jedenfalls wechsel ich morgen in ein Einzelzimmer und dann nach drei Naechten wieder zurueck in den Schlafsaal. Das alles zum Schlafsaalspreis, daher bin ich auch ruhig geblieben. Ein bisschen Einzelzimmer klingt gerade sehr gut. Kein Geraschel mit Plastiktueten, kein Rumgefluester und auch keine Gespraeche ueber Zara und den Winterschlussverkauf. Obwohl, der weisse Sessel ist auch nicht schlecht, man kann sogar elektrisch die Lehne veraendern.

Kategorien: Japan · Reisen
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itamu heisst Schmerzen haben

Januar 4, 2008 · Kommentar schreiben

Nachdem ich eine Nacht im ueberheizten Kellerzimmer verbracht hatte, fuehlte ich mich nicht gut. Den Tag davor hatte es unaufhoerlich geregnet und ich bin trotzdem Ski gefahren, natuerlich. Japan ist kein Land fuer Weicheier. Kurz vor Liftende hatte ich noch Yusuke kennengelernt. Er fuhr auch allein Ski, allerdings sehr gut, das war mir aufgefallen. Jedenfalls habe ich mich frech zu ihm in den Lift gesetzt und schon gab es keine Alleinfahrer mehr in Nozawa Onsen. Wir sind dann zusammen den Panoramic Course runter und gleich wurde meine Armhaltung kritisiert. Jetzt hatte ich auch noch einen Skilehrer. Wir haben uns jedenfalls am naechsten Tag auf dem Gipfel verabredet. Und trotz Halskratzen nach der Kellernacht bin ich los, wir hatten keine Telefonnummern ausgetauscht und es waere sehr unhoeflich gewesen.

Der Tag war sehr lustig. Yusuke faehrt schon seit Jahren nach Nozawa und so fanden wir immer Pisten ohne Sonntagsfahrer, die ploetzlich eingefallen waren und unsere Lieblingsgipfelabfahrt verstopften. Wenn ich nicht mehr konnte, gingen wir Tee trinken und Yusuke versuchte, mit seinem Uebersetzungscomputer Verstaendigungsprobleme zu loesen. Das Liftfahren wurde zum Japanisch- und Deutschunterricht. Er besserte mit Milchbonbons mein Halsweh und ich hatte jemanden, der die Trockenfische aus meiner Crackertuete ass. Er fand, dass ich ganz schoen gross bin, die naheliegende Antwort habe ich mir verkniffen.

Irgendwann kurz vor Liftende habe ich jedenfalls schlapp gemacht. Ich fuehlte mich krank und wenn die Beine nicht mehr gehorchen, wird das Bergruntersausen gefaehrlich und macht keinen Spass mehr. Yusuke hat mich noch runtergebracht und dann im Hotel hatte ich schon fast 40 Fieber. Kein Wunder, dass die Beine nicht mehr wollten. Krank, umringt von schneebedeckten Bergen, kurz vor Silvester. Bitter. Auch am naechsten Tag war es nicht besser, ich konnte nicht sprechen und musste notgedrungen nach und nach meine Souvenirs aufessen. Schokolade aus Sapporo und Bonbons aus Fukuoka halfen mir durch den Tag. Das australische Hotel bietet nur Marmeladetoast zum Fruehstueck und sonst nix. Der Weg zum Wasserkocher kam mir sehr lang vor. Aber es gab keine Unterstuetzung. Yusuke wartete oben auf dem Berg und ich konnte nicht anrufen.

In meinem Zimmer schlief noch ein suedafrikanischer Familienvater, der nach wenigen Stunden auch zu husten anfing. Nun waren wir das Krankenzimmer und zwei frisch angekommene Chinesen entschlossen sich gluecklicherweise zu einem Wechsel in ein Doppelzimmer.

Am naechsten Tag bin ich dann durch dichten Schneefall ins Dorf gewandert, um die Essensvorraete aufzubessern. In der Apotheke habe ich versucht, pantomimisch einen Halsbonbon darzustellen, ich wusste nur das Wort fuer Schmerz. Die Bonbons haben nicht geholfen.

Im Hotel gab es nur einen Computer an der Rezeption. Als ich bat, ihn benutzen zu duerfen, um wenigstens ein paar Neujahrsgruesse loszuwerden, wurde ich auf einen Laden im Dorfzentrum verwiesen. Der Laden war geschlossen und ich verfluchte Australien. Ich habe dann einen Japaner nach einer Telefonzelle gefragt und er hat mich sehr nett hingebracht, obwohl der Weg einfach zu beschreiben gewesen waere. Fuer die Entschuldigung bei Yusuke halfen die unzaehligen 100 Yen-Muenzen wenig. Dann ging es schnell wieder ins warme Bett. Meine Silvesterparty bestand aus Instant-Nudelsuppe, einem Kilo Clementinen und Kaese fuer ein bisschen Heimatgefuehl.

Unten im Hotel war die Hoelle los. Jemand hatte Schnapsflaschen gekauft, in denen ganze Insekten schwammen. Bis auf zwei Paare gab es nur maennliche Gaeste im Haus. Australien und England, keine ruhige Mischung. Mein Zimmernachbar kam kurz vor Mitternacht und wollte schlafen gehen. Ich habe ihn ueberredet, damit noch bisschen zu warten. Kurz nach Mitternacht kam er wieder und wir haben das Licht ausgemacht.

Dank Fiebertabletten pendelte ich zwischen 38 und 39 Grad und am Neujahrsabend bot sich endlich jemand vom Hotel an, mich ins Krankenhaus zu fahren. Er hat vorher dort angerufen, doch als wir mit dem Taxi dort waren, machte keiner die Tuer auf. Kein schoener Ausflug. Beim naechsten Versuch am naechsten Morgen hatten wir mehr Glueck. Im Wartezimmer war ich die einzige, die Arme und Beine ohne Schmerzen bewegen konnte, wenn man vom Personal absah. Ueberall Gipse und der Snowpatrolbus brachte immer neue Opfer. Meine nichtrepraesentative Studie besagt, dass Snowboarden gefaehrlicher ist als Skifahren.

Dann war ich endlich dran und der Arzt war sehr erfreut, nicht weil es ein anderes Leiden war, sondern weil er Deutsch sprechen konnte. Er ist mal laenger in Muenchen gewesen und die vier Krankenschwestern guckten nicht schlecht. Also: Lymphe anschwellen, Hals rote, Lunge nicht, Bauch nicht. Tonsilitis, Grippe. Tabletten, Pulver und Gurgelloesung. Fertig und tschuess. Draussen bekam ich dann einen bunten Medikamentenplan und eine Tuete mit den Sachen. 40 Euro und ich konnte wieder ins Hotel fahren. Aber warum waren in diesem kleinen Sprechzimmer vier Krankenschwestern? Ich hatte vergessen zu fragen.

Am naechsten Tag war das Fieber endlich unter 38 Grad und ich konnte Nozawa Onsen und Lodge Nagano wie geplant verlassen. Schade, dass aus dem Skifahren nichts mehr geworden ist. Wenn ich mit Fieber durch das Dorf gewankt bin, sah alles aus wie im Maerchen. Der Schnee lag auf den Daechern und zwischen den Haeusern rauschten kleine Fluesse. Einheimische liefen mit Regenschirmen durch die Gassen oder trugen diese alten Huete, die wie ein flacher Kegel geformt sind, um sich vor dem Schnee zu schuetzen. Die Onsen dampften und aus den kleinen Restaurants drangen froehliche Stimmen. Schade, aber vielleicht kann ich ja mal irgendwann wiederkommen. Ohne Australien.

Lodge Nagano Blick aus dem Fenster

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tokyo | hotel new koyo

Dezember 7, 2007 · 1 Kommentar

mein zimmerdas ist mein zimmer, small japanese style. erst habe ich versucht, die matratze entlang der tatamimatte auszubreiten, ist aber nur  matratze entlang der tatamimatte auszubreiten, ist aber nur 160 cm lang und da habe ich selbst schraeg nicht drauf gepasst. die loesung war dann das ausrollen unter den schrank und den fernseher. da hat das zimmer naemlich bequeme 180 cm laenge und ich passe rein. ansonsten war alles sehr laut, weil ganz viele maschinen ringsherum brummen und die waende sehr duenn sind. noch drei naechte zeit, um mich an das harte futon zu gewoehnen…

Kategorien: Japan
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