Mit den Tags ‘Automat’ versehene Einträge
Die Hallen sind ueberall. In jeder Fussgaengerzone laeuft man an mehreren dieser Spielhallen vorbei. Es gibt einfache, die nur Spielautomaten haben, aber auch mehrgeschossige, wo es dann Etagen ausschliesslich fuer Automaten mit Greifarmen oder fuer Fotoautomaten gibt. Die Greifarmautomaten sind langweilig wie ueberall. Man gewinnt fast nie was und das, was es zu gewinnen gibt, ist weniger interessant. Kategorie haessliches Plueschtier oder Gummitierpackung. Japaner scheint das nicht zu stoeren.
Die Fotoautomaten sind da lustiger. Man kann sich Kostueme ausleihen, manchmal sich auch schminken oder die Haare machen lassen und dann werden Fotos gemacht. Es gibt Schulmaedchenkostueme, Prinzessinnenkleider, aber auch warme Ganzkoerperkostueme von irgendwelchen Comicfiguren. Das habe ich noch nicht ausprobiert, macht allein wahrscheinlich auch nicht so viel Spass. Dagegen habe ich heute jemanden gefunden, der mit mir in eine reine Pachinkohalle gegangen ist. Kaum ist man drin, kann man sich wegen dem Laerm nicht mehr unterhalten. Wir haben gefragt, ob sie uns kurz erklaeren koennen, wie das funktioniert. Da haengen unzaehlige Beschaeftigte rum, aber die haben sich etwas angestellt. Dann hat sich doch jemand gefunden. Man steckt 1000 Yen in den Automaten (ca. 7 Euro) und dann kommen ganz viele Metallkugeln rausgeschossen, ich glaube er sprach von 200. Man hat einen Knopf, an dem man drehen kann, ich habe aber lange nicht verstanden, was sich veraendern liess. Nach ca. 150 Kugeln wusste ich es. Die Geschwindigkeit der Kugeln. Wenn man die gut eingestellt hat, gibt es die Chance, dass Kugeln in ein farbiges Loch fallen. Vorher muessen sie durch verschiedene Naegel rattern. Stellt man die Geschwindigkeit falsch ein, sind sie sofort weg. Wenn sie das Loch treffen, dann startet auf einem Monitor eine Art einarmiger Bandit. Bei drei gleichen Zahlen oder Bildern wird man mit Kugeln belohnt. Am Ende kann man die Kugeln gegen Geschenke wie Suessigkeiten oder Zigaretten eintauschen. Und vor der Halle gibt es oft noch einen Kiosk, wo man diese dann wieder in Cash umwandeln kann.
Das ist extrem langweilig und nach drei Minuten waren alle Kugeln weg. Die anderen sitzen dort mehrere Stunden, stellen die Geschwindigkeit ein und starren auf den Bildschirm. Meist sind es Maenner, junge und alte, Anzugstraeger und Rentner. Bewegungslos sitzen sie einsam vor ihren Automaten. Die Geraeuschkulisse ist unertraeglich, aber irgendwie muessen sie daran Gefallen finden. Der Gewinn kann es nicht sein, weil es nichts Richtiges zu gewinnen gibt. Vielleicht findet man es schoen, dass es mal laut ist. Vielleicht vergisst man die Welt draussen, wenn man lange genug auf fallende Metallkugeln schaut. Vielleicht gibt es zuhause nichts, was Geraeusche macht und sich bewegt. Auf jeden Fall kein Ort der Froehlichkeit. Aber warum gibt es dann so viele davon?
http://s237.photobucket.com/albums/ff306/henrikexy/?action=view¤t=P1174530.flv
Kategorien: Japan · Reisen
Mit Tag(s) versehen: Automat, Pachinko, Tokyo
Heute habe ich eine Polizeisirene gehoert. Hoert man nicht oft. Keine hupenden Autos, dabei ist es bestimmt nicht verboten. Stattdessen spielen viele Ampeln eindringliche Melodien waehrend ihrer Gruenphase. Ich habe bisher drei verschieden Versionen ausgemacht und erwarte etwas mehr Kreativitaet bei der Auswahl der Ohrwuermer.
Auf den Strassen, in der U-Bahn, beim Schlangestehen vorm Restaurant, ueberall verhalten sich die Japaner ruhig. Es wird nie geschrieen. Sogar die Kinder sind ruhig. Die einzigen kleinen Nervensaegen habe ich bei den Australiern in Nozawa Onsen erlebt. Alles unterliegt einer Ordnung, aus der man nicht herausfallen sollte. Und doch gibt es Dinge, die einem unangenehm auffallen. Da waeren die schlurfenden Fuesse. Mehr junge, als alte schlurfen mit den Fuessen. Oft scheint es wie eine Art Rebellion. Aber das japanische Ohr wird dadurch nicht gestoert. Nur ich drehe mich nervoes um und bleibe auch gerne mal stehen und lasse das Schlurfen an mir vorbeiziehen. Komisch, wie man nur durch Erziehung ein Geraeusch nicht mehr ertragen kann. Genauso das Nasehochziehen. Ausschnauben ist nicht erlaubt und so ziehen flache Schnupfnasen soweit moeglich alles hoch. Der Rest tropft in den Gesichtsschutz oder in die Suppe. Einmal sass neben mir eine junge Frau in der U-Bahn, die die gesamte Fahrt geraeuschvoll schniefte.
Das wohl bekannteste japanische Geraeusch ist das Nudelsuppenschluerfen. Im Selbstversuch habe ich festgestellt, dass bei dieser Art die Suppe zu essen viele Spritzer in Richtung Gesicht und Pullover fliegen. Das sieht danach nicht gut aus und bis jetzt habe ich nur in einem Nudelrestaurant ein Laetzchen bekommen.
Dann gibt es noch eine offensichtliche Liebe fuer laute Durchsagen. Im Skilift gab es kaum eine Fahrt ohne Durchsagen der Art: Es wurde ein Autoschluessel gefunden. Dieser kann im Skizentrum abgeholt werden. Oder: Der Lift beendet in 30 Minuten seinen Betrieb. Am Wochenende fahren Autos mit Lautsprechern durch die Staedte, aus denen politische Parolen durch die Strassen schallen. Dabei geht es wohl gerne mal gegen Auslaender, aber ich verstehe nichts davon. Polizisten sind oft mit Megaphonen bewaffnet und benutzen diese auch gern.
Der Megagau sind die Pacinkohallen. Ich habe bisher noch nicht gewagt, eine zu betreten. Doch immer wenn eine Tuer aufgeht, fliegt man fast von dem austretenden Laerm auf die andere Strassenseite. Die Geraeusche von allen Automaten werden anscheinend verstaerkt. Diverse Musik donnert uebereinandergelagert durch die Luft. Doch die Japaner sitzen unbeeindruckt vor ihren Automaten und spielen einsame Spiele. Ich stehe vor der Scheibe und weiss nicht, wie das geht. Ist es vielleicht eine Art Droge, die nach einem Tag voller Ruhe wieder etwas Leben in die Ruebe bringt. Der Selbstversuch wartet noch auf mich.
In der Kappabashi-Strasse wurde heute zum Geschaeftsschluss um 17:30 Uhr die Abschiedsmelodie gespielt, die schon beim letzten Lift in Nozawa Onsen erklang. Das war sehr schoen. Angeblich handelt es sich um ein schottisches Lied.
Hinter mir laermen gerade wieder Australier rum. Kein Hostel ohne. Warum koennen sie nur schreien? Zuviel Pacinko gespielt, ich weiss es nicht.
Kategorien: Japan · Reisen
Mit Tag(s) versehen: Automat, Geraeusche, Nase, Nudelsuppe
Japan ist sehr gut organisiert. Kaum fängt es an, nach Regen zu riechen, startet an jeder Ecke der Regenschirmverkauf. Nahezu jedes Geschäft hat welche im Angebot. Kosten meist so um die drei Euro. Am beliebtesten ist der tranparente, aber auch die schwarze Version wird oft gesehen. Mit diesem Schirm rennt man dann auch nicht so wie es mir passiert ist, ins nächste Geschäft und tropft den Laden voll, nein. Es gibt Schirmtüten, in die man den Schirm schiebt, in der manuellen und in der automatischen Version. Manchmal gibt es auch nur ordinäre Schirmständer, diese aber manchmal nach Münzeinwurf zum Abschließen. So sieht Ordnung aus.
Kategorien: Japan
Mit Tag(s) versehen: Automat, Ordnung, Regen, Regenschirm
Hier ist es lustig anzusehen, wie Anzugtraeger, und wer traegt hier nicht einen Anzug, auf Miniklappraedern durch die dicken Fussgaengerstroeme sausen. Fahrradwege gibt es nicht. Aber sehr viele Raeder. Deswegen, oder auch weil hier immer alles seine Ordnung haben muss, gibt es unzaehlige Fahrradparkplaetze mit Automaten und Schlossautomatik. Regelmaessig kommen hauptsaechlich maennliche Politessen und verteilen Strafzettel, bzw. machen ein neues Schloss an das Rad. Und die Kriminalitaet scheint wieder mal gering zu sein, denn alle Schloesser sind die einfachste Ausfuehrung.
Kategorien: Japan
Mit Tag(s) versehen: Automat, Fahrrad, Fukuoka, Kriminalitaet