Henrike’s Weblog

Junko und Juko

Dezember 27, 2007 · Kommentar schreiben

Der Hospitality-Club ist ein gute Erfindung. Man gibt Leuten kostenlos Unterkunft oder kann bei anderen kostenlos unterkommen. Da japanische Wohnungen fuer gewoehnlich sehr klein sind und junge Leute meist bei Ihren Eltern wohnen, ist das keine so gute Idee. Also habe ich mich mit Junko aus Nagano zu einem Ausflug verabredet. Junko kam mit ihrer Freundin Juko und einem komplett organisierten Expeditionsprogramm. Erst ging es mit dem Auto in die Berge, wo wir durch einen riesigen Zedernhain (oder Pinien?) zu einem Tempel gestapft sind. Es soll Baeren geben, aber momentan ist gluecklicherweise Winterschlaf angesagt. Es gab keine Touristen, obwohl es wunderschoen war. Man musste ungefaehr eine Stunde einen graden Weg durch eine Art Allee den Berg hochklettern und dann wieder runterrutschen. Junko und Juko hatten sogar Handschuhe fuer mich dabei, denn ich wusste von nichts.

Dann haben wir das Luxushotel, in dem Junko arbeitet, besichtigt. Danach die Sakebrauerei, in der Juko arbeitet. Ich wurde dem Boss vorgestellt und den langjaehrigen Mitarbeitern, was eine grosse Ehre ist. Also tiefste Verbeugung. 90 Grad runter. Das war sehr lustig. Und Sakebrauerei, das ist schon war. Dagegen war das Biermuseum gar nix.

Naechster Programmpunkt war ein japanisches Abendessen im angeschlossenen Restaurant. Superschoen. Wir hatten unzaehlige Schaelchen von Leckereien und irgendwann fing der Kuechenchef an, uns kleine Gruesse zu schicken. Kuchen mit Kerzen, weil wir drei bald Geburtstag haben oder Maroneneis, eine Spezialitaet der Stadt. Das Restaurant war aus dunklem Holz und es gab kleine Nischen fuer die Besucher. Die Kueche war offen in der Mitte und mit traditionellen Oefen und Kochgeschirr bestueckt, also kein elektrischer Reiskocher, sondern ein riesiger Holzofen. Mein Lieblingsschaelchen war mit frittierten Kraeutern bestueckt, in die Reis und Shrimps eingewickelt waren. Immer wenn ein Gast kam, ging oder etwas bestellt, wurde im Chor war gerufen, und als Zeichen am Ende noch ein schmissiges „HAI“ gesetzt. Das bedeutet ja und ich musste jedesmal lachen, was wiederum Junko und Juko zu komisch fanden. Ausserdem war das die Gelegenheit, den Sake aus Jukos Brauerei zu testen. Dort wird alles noch manuell hergestellt und der Sake war ein Traum, sehr weich und leider musste ich mich zurueckhalten, da der letzte Programmpunkt Onsen hiess.

Oder Superonsen. Wir luemmelten im heissen Wasser auf einem Berg, ueber uns der Sternenhimmel, fast Vollmond und vor uns die Lichter von Nagano und die Berge. Das Wasser dampft und duftet nach irgendwas. Wieder keine Touristen. Nur wir drei Schnatterlieschen. Wir waren vorher noch kurz im Hotel, um einen Lieblingsmitarbeiter von Junko zu sehen. Die ganze Unterhaltung war auf Japanisch und ich hatte den Eindruck, er will, dass wir gehen. Aber die beiden haben mir danach gesagt, dass er wollte, dass wir bleiben, aber der Superonsen war unsere Ausrede. Ich bin nachwievor ueberrascht, wie sehr man sich taeuschen kann, wenn man sich nur auf Gestik und Mimik der Japaner stuetzen kann.

Junko und Juko hatten jedenfalls alles perfekt vorbereitet. Es gab Handtuecher, Cremes und Aepfel fuer danach. Aepfel sind hier sooo teuer, aber schmecken komischerweise besser. Danach haben sie mich noch zum Hotel gefahren, bzw. erst verfahren und wir haben lustige Fotos gemacht. Also checkt www.hospitalityclub.org und lernt Junko und Juko kennen. Die beiden warten noch auf die grosse Liebe, aber ich vertraue da ganz auf das Jahr der Maus.

Kategorien: Japan · Reisen
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