Henrike’s Weblog

Einzelzimmer in Buchefurnier

Dezember 22, 2007 · Kommentar schreiben

Das groesste Problem ist gerade, dass ich mir heute Nacht wegen dem Laerm aus Mangel an Ohropax Zellstoff in die Ohren gestopft habe und der will jetzt einseitig nicht mehr raus. Meine Box Ein sehr dumpfes Gefuehl. Diese Aktion war aber notwendig, weil ich zum ersten Mal in einem Internetcafe uebernachtet habe. Das ist in Japan sehr populaer und die billigste Art der Uebernachtung. Kostet je nach Stadt 10-20 Euro, meist gibt es freie Getraenke, manchmal auch Naschkram oder eine Dusche. In den Boxen hat man die Wahl zwischen normalen Stuehlen, Massagesesseln, japanischen Sitzkissen und blanker Teppichflaeche. Letztere ist natuerlich sehr beliebt, da man sich hier ausstrecken kann (wenn man so kleiner als 1,80 m ist). Ich kam kurz nach dem Check-Inn-Beginn fuer die lange Nacht und habe gerade die letzte Teppichbox erwischt. Lange Nacht sind 8 Stunden, normal sind 6. Deswegen schlafen wohl auch alle in der U-Bahn. Man kann sich dann hier DVDs aus den Regalen nehmen oder Comics oder Computerspiele, es steht ganz viel rum und so kommt man kaum zum Schlafen.

Nur wenn man doch Schlafen will, ist es fuer meine Schlafgewohnheiten sehr laut, weil die Trennung in alle vier Richtungen nur aus duennen Pressplatten besteht. Diese sind auch nur 1,50 m hoch, das Grauen kommt also von oben. Auch in Form von Licht, Rauch und fieser Klimaanlagenluft. Es laeuft aber irgendwann keine Musik mehr und die Leute quatschen auch nicht. Es sind eher Kaffeeautomat, Colaautomat und Eiswuerfelautomat die herumtoenen. Und die Fuesse, die eine Handlaenge von meinem Kopf entfernt auf den Boden hauen.

Aber es war okay fuer eine Nacht. Man hat seine Privatsphaere und fuehlt sich freier als in einer Jugendherberge, in der um 12 das Licht ausgeht und die Tuer verschlossen wird. Aufstehen und gleich am Computer sitzen finde ich prima, aber ich habe da irgendwas im Ohr.

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Noch ein kleines Liebeslied fuer Sapporo

Dezember 22, 2007 · Kommentar schreiben

RamenOkay, es gibt die glatten Gehwege und die glatten Strassen, aber man gewoehnt sich ziemlich schnell an das UeberdasEisGeschlurfe und im Gegensatz zu dem sonst so hektisch turbulenten Japan ergiebt sich ganz automatisch eine angenehme Langsamkeit. Das Fehlen von wirklichen touristischen Highlights schafft eine sehr angenehme Atmosphaere. In drei Tagen habe ich keine zehn Nichtasiaten gesehen. Es kommen wohl einige aus Taiwan und Korea, aber die moegen vielleicht auch kein Sightseeing.

Das Grossartige in Sapporo ist naemlich nicht der hundertste Tempel auf der Besichtigungsliste, sondern das Essen. Es gibt ueber tausend Ramenrestaurants, sogar eine Ramenallee und aktuell ein Ramendorf im Kaufhaus mit den besten Ramenrestaurants von Hokkaidoo. Die Stadt hat 1,8 Millionen Einwohner und alle scheinen permanent essen zu gehen. Ueberall nur Restaurant und man kann gar nicht schnell genug wieder Hunger bekommen, so lecker schmeckt alles. 

Ramen schmeckt ueberall anders. Immer ist die Bruehe unterschiedlich, die Nudeln mal weicher, mal bissfester, Gemuese, Fleisch, Fisch in immer anderen Kombinationen. Was ich definitiv nicht mag ist dieses gesuesste Omelettquadrat, aber ansonsten traeume ich Ramentraeume und hoffe irgendwann die neunhundertundirgendwas restlichen Ramenshops testen zu koennen.

Kategorien: Japan
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